Hannah Tinti Die zwölf Leben des Samuel Hawley

Hannah Tinti: Die zwölf Leben des Samuel Hawley

Loo und ihr Vater Hawley sind immer bereit, innerhalb einer Stunde ihre Koffer zu packen und in den nächsten Ort weiterzuziehen. Als sie sich in einer kleinen Küstenstadt niederlassen, lernt Loo ihre Großmutter kennen, und das Rätsel um den Tod ihrer Mutter beschäftigt sie mehr denn je. Und wie hat ihr Vater sich eigentlich all die Narben von Schusswunden zugezogen, die seinen Körper überziehen?

P. G. Wodehouse: Auf geht’s, Jeeves!

Kennen Sie das Gefühl, wenn Sie ein tolles Buch ausgelesen haben, und dann enttäuscht feststellen, dass es der erste/einzige Roman der AutorIn ist? Das Gegenteil ist mir hier passiert: Ich habe meinen ersten Wodehouse gelesen und danach festgestellt, dass er mehr als 90 Romane verfasst hat! Phantastisch.

Tim Krohn: Herr Brechbühl sucht eine Katze

Zu Beginn klingt alles ein bissl sehr konstruiert: Ein Episodenroman rund um die Bewohner eines Hauses, der in jedem Kapitel ein menschliches Gefühlt behandelt. Tim Krohn kann aber derart gut schreiben, dass er aus dieser extrem formalen Vorlage eine leichte, aber tiefgehende, unterhaltsame und herzerwärmende Erzählung macht. Sehr junge und sehr alte Menschen und ihre jeweiligen Probleme, Kinder und Leute in den besten Jahren – Liebe, Krankheit, Eifersucht, Kindsein, Karriere – alles ist dabei, und ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemand gibt, der sich in diesem Buch nicht wiederfindet. Das Schönste daran: Es werden noch zwei Bände folgen.

Widerrechtliche Inbesitznahme

Eine junge Frau, ein berühmter Künstler, eine komplizierte Liebesbeziehung. Und gleichzeitig eine Dekonstruktion von Verliebtsein, ein Aufzeigen, was wir uns alles antun und wie wir uns belügen, wenn wir lieben. Ein toller Roman aus Schweden zum Mitfiebern und gleichzeitigem Durchschauen. (toe) Lena Andersson: Widerrechtliche Inbesitznahme. btb 2016. 

John Lanchester The Debt To Pleasure Cover

The debt to pleasure

John Lanchester schickt uns auf eine Reise durch Frankreich mit einem exzentrischen, selbstgefälligen Monster von Mann, der vorgibt, uns ein Buch lang mit ausgewählten Rezepten und allerlei Anekdoten unterhalten zu wollen. Aber. Nach und nach kommt ans Licht, was Monsieur Tarquin Winot eigentlich vorhat. Er lässt zunehmend die Fassade Fassade sein und konzentriert sich beim Erzählen auf seine eigentlichen Absichten. Die Leserin schwankt zwischen Abscheu vor der Person, Lachen über deren unverblümte Manieriertheit und Chauvinismus, und Spannung, was sie im Schilde führt. Kein leichtes Englisch, aber ein absolutes Leseereignis. Die eigentliche Handlung spielt sich in den beiläufig hingestreuten kleinen Sätzen ab. (toe) John Lanchester: The Debt to Pleasure. London: Picador Classic, 2015.