Manik Sarkar, Ochsenkopf
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Ein Fleischhauer, der sich dem Verkauf qualitativ hochwertiger Ware verschrieben hat, bringt sich dabei um seine eigene Lebensqualität, auch weil er seine Umwelt ausschließlich durch die Augen eines Metzgers sieht. „Ochsenkopf“ unterhält und verstört gleichermaßen. (2026 bei Zsolnay erschienen, gebunden, 176 Seiten, € 23,70, ISBN 978-3-552-07594-8)
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Michael Riepl, Ferne Heimat Altmontal. Das Leben meiner Großmutter zwischen Schwarzem Meer und Kaukasus
Hedwig Krämer wird 1919 als Schwarzmeerdeutsche in der Südukraine geboren und stirbt über achtzig Jahre später in ihrer Wahlheimat Bayern. Ihr Enkel findet nach ihrem Tod in ihren Tagebüchern Antworten auf Fragen, die er sich ihr nie zu stellen getraut hat, und fährt in die Ukraine, einerseits weil er sich humanitär bei einer Hilfsorganisation in Kiew engagiert, andererseits um sich auf die Spuren seiner Großmutter zu begeben. Das Bild, das Riepl von der untergegangenen Welt zeichnet, kontrastiert dabei weniger als gedacht mit jenem der gegenwärtigen Ukraine. Seine Recherchen zur Geschichte und Kultur in Osteuropa, inklusive der jeweiligen Sprachen, sind gründlich und im Mittelpunkt seiner Beobachtungen steht das Menschliche. (2026 bei C. H. Beck erschienen, gebunden, 304 Seiten, € 25,70, ISBN 978-3-406-84946-6)
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M. L. Stedman, Ein weites Leben
Ich habe kein wirkliches Interesse daran, wie Schafzucht in Westaustralien vor siebzig Jahren funktioniert hat, trotzdem hat mich M. L. Stedmans zweiter Roman von der ersten Seite an mitgerissen. Ein Autounfall dezimiert die fünfköpfige Familie MacBride, hart arbeitende, umgängliche Leute, auf zweieinhalb Mitglieder; der Vater und der älteste Sohn sterben und der jüngere erholt sich nur langsam von den erlittenen körperlichen und neurologischen Schäden, während Mutter und Tochter die Kraft finden müssen, um den Betrieb am Leben zu erhalten, ohne dabei existentiellen wie psychischen Krisen zu erliegen, denn es gilt nicht nur Hitze, Kälte und den „Erdölrausch“ zu bewältigen, bei weitem nicht. Stedman lässt immer wieder die Natur sprechen, einmal melancholisch, ein andermal auf vorsichtige Weise hoffnungsvoll; mich haben beide Varianten sehr bewegt. Mag die Ausgangssituation noch so tragisch sein und zum Teil katastrophale Konsequenzen nach sich ziehen, es wäre ein Riesenfehler, die Lektüre abzubrechen, denn am Ende wird alles gut oder halt so gut wie’s geht. (2026 bei Blanvalet erschienen, 528 Seiten, gebunden, € 26,80, ISBN 978-3-7645-1005-3)
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Dorothee Elmiger, Die Holländerinnen
Eine Autorin soll als Gastdozentin eine Poetikvorlesung halten, stattdessen schildert sie ihre Teilnahme an der Rekonstruktion eines Vermisstenfalles im Dschungel. Die anderen Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmer sind Mitglieder einer Theatergruppe, angeführt vom „Theatermacher“ (eine Hommage an Thomas Bernhard?). Jedes Mitglied trägt zu diesem Zeitpunkt sein persönliches Grauen schon in sich, das sich allerdings erst durch die Belastungen der ungewohnten Umgebung entfaltet. Bemerkenswert ist, dass fast das ganze Buch im Konjunktiv I wiedergegeben wird. (2025 bei Hanser erschienen, 160 Seiten, gebunden, € 23,70, ISBN 978-3-446-28298-8)
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