50 JAHRE BÜCHERSTUBE BAUMANN
Am 10. November 1975 haben Beate und Joachim die Pforten der Bücherstube Baumann erstmals geöffnet. Am 10. November 2025 gibt es uns erstaunlicherweise immer noch. Das wollen wir gemeinsam feiern! Am kommenden Montag, 10. November, freuen wir uns über alle, die vorbeikommen, um mit uns darauf anzustoßen. Am Samstag, 15. November, heißt es: Open House mit Open End! Kommt, bleibt, plaudert und feiert!
Norbert Gstrein, Im ersten Licht
Adrian, geboren 1901. Geschichte eines ganzes Lebens, fast eines ganzen Jahrhunderts, und Adrian, obwohl nie selbst im Krieg gewesen, sein ganzes Leben lang von den beiden Jahrhundertkriegen geprägt. Ein Roman, trotz aller scheinbaren zeitlichen Ferne, unglaublich unter die Haut gehend nah. (Bei Hanser im Frühjahr 2026 erschienen. Hardcover, 416 Seiten, ISBN 978-3-446-28297-1, € 27,80)
Marina Vujčić, Sicheres Haus
Das „Sichere Haus“ ist das Frauengefängnis in Požega, in dem Lada ihre Haftstrafe verbüßt, weil sie sich nach sieben Jahren zum ersten Mal gegen die physische und psychische Gewalt ihres Ehemanns gewehrt und ihn dabei in Notwehr erstochen hat. Von Marina Vujčić sorgfältig recherchiert – die Danksagung auf der letzten Seite gibt es nicht umsonst – und hervorragend geschrieben sowie von Mascha Dabić sublim übersetzt, ist dieses Buch eine Art J’accuse, das uns vor Augen führt, mit welcher Selbstverständlichkeit das eigentliche Opfer in den Augen der Gesellschaft zur bloßen Täterin wird. (2026 bei Residenz erschienen, gebunden, 280 Seiten, € 25, –, ISBN 978-3-7017-1820-7)
Sylvain Tesson, Die Säulen des Meeres. Eine Reise zu den letzten unberührten Orten der Welt
„Vor dem Land postiert, fängt er die Dünung des Meeres ab, die Böen des Winds und das Glühen des Himmels.“ – Frei nach dem Motto: „Auf dem Gipfel der Warengesellschaft nistet kein einziger Vogel“ berichten „Die Säulen des Meeres“ einmal mehr von Sylvain Tessons unbedingter Suche nach Freiheit und Erhabenheit in einer Welt, in der alles andere bereits kartografiert, besiedelt, entweiht ist. In seiner typisch philosophisch-reflexiven Manier berichtet der Autor von dem wahnwitzigen Unternehmen, gemeinsam mit einem Freund über Jahre hinweg in Summe mehr als hundert Brandungspfeiler vor den Küsten der Erde zu besteigen. „Die Zeit ist Bedrohung, der Raum ist Rettung.“ Höchst abenteuerliche Entschleunigung mit ganz wunderbaren Denkanstößen. (Im Mai 2026 bei C. Bertelsmann erschienen, Hardcover, ISBN 978-3-570-10615-0, 208 Seiten, € 25,70)
Timo Daum, Lob der Überwachung
Dieser Essay veranschaulicht, dass das Problem nicht die Überwachung ist, sondern der Überwachungskapitalismus. Überwachung könnte gezielt zum Wohle der Allgemeinheit eingesetzt werden – man denke an Einkommen, Vermögen, Besitz, aber auch an Umweltdaten, Lieferketten, (häusliche) Gewalt, usf. –, indem das Kapital öffentlich überwacht und die Beherrschten besser beschützt werden. Timo Daum geht es um Umdenken und Umverteilung, keineswegs um die Abschaffung der Privatsphäre. (2026 bei Edition Nautilus erschienen, kartoniert, 168 Seiten, € 18,50, ISBN 978-3-96054-480-7)
