50 JAHRE BÜCHERSTUBE BAUMANN

Am 10. November 1975 haben Beate und Joachim die Pforten der Bücherstube Baumann erstmals geöffnet. Am 10. November 2025 gibt es uns erstaunlicherweise immer noch. Das wollen wir gemeinsam feiern! Am kommenden Montag, 10. November, freuen wir uns über alle, die vorbeikommen, um mit uns darauf anzustoßen. Am Samstag, 15. November, heißt es: Open House mit Open End! Kommt, bleibt, plaudert und feiert!  

Aldous Huxley, Zeit der Oligarchen

In den Industriegesellschaften haben immer schon die Ober- und Mittelschichten von den Erkenntnissen der wissenschaftlichen Forschung profitiert, was die immer größere Zentralisierung der Macht in immer weniger Händen zur Folge hat. Welche Rolle fortschrittliche Technologie dabei spielt, warum wir den Krieg nicht abschaffen, sondern weiter schüren und ob davon auszugehen ist, dass Wissen je zum Wohle der Menschheit eingesetzt wird, analysiert Huxley in einem kurzen Essay, erstmals 1946 veröffentlicht. Dass sich achtzig Jahre später immer noch nichts wesentlich verändert hat, ist erschütternd, allerdings tut es seltsam gut, über die Hintergründe der Katastrophe und wenigstens theoretische Möglichkeiten der auf menschliche und vernünftige Ziele gerichteten Planung unterrichtet zu werden. (2025 bei Hanser erschienen, 96 Seiten, gebunden, € 14,40, ISBN 978-3-446-28723-5)

Lilli Tollkien, Mit beiden Händen den Himmel stützen

Gleichzeitig schockierend und faszinierend. Unter die Haut gehender Text über die Kindheit und Jugend eines Mädchens, das als Tochter einer drogenabhängigen Mutter und eines kriminellen, immer wieder im Gefängnis einsitzenden Vaters in dessen Männer-WG aufwächst und trotz der Ungeheuerlichkeiten, mit denen sie konfrontiert ist, schließlich in ein eigenes Leben findet. (Erschienen im Aufbau Verlag im März 2026, ISBN 978-3-351-04284-4, Hardcover, 255 Seiten, € 24,70.)

Dita Zipfel, Es ist hell und draußen dreht sich die Welt

Eine starke Geschichte mit ganz engem Fokus auf weibliche und männliche Rollenbilder in einem Wer-hat-Angst-vor-Virginia-Woolf-Setting. Zwei Paare, ein Kind und ein Kinderwunsch, ein Ferienvilla in Südfrankreich. Der Kanarienvogel auf dem Cover entkommt seinem engen Käfig zwar und fliegt – der Text zeigt jedoch, wohin. (219 Seiten, Hardcover, ISBN  978-3-458-64612-9, Insel Verlag)

Federica Manzon, Alma

Haben wir es hier mit einer Liebesgeschichte zu tun? Oder einer Familiengeschichte? Ist es das Portrait einer Stadt? Stehen Geschichte und Politik im Zentrum? All diese Fragen lassen sich mit ja und nein beantworten. Das Wesen dieses wunderbaren Romans machen, meines Erachtens nach, die Unrast, die Zerrissenheit, der verzweifelte Drang nach Antworten auf Fragen, der stets unterdrückt oder dem immer ausgewichen wird, und ein hohes Maß an kulturellem Verständnis aus, das letzten Endes in einem Buch voll nervöser Ruhe, unsentimentaler Sentimentalität und Feinfühligkeit resultiert und das mich schlichtweg bezaubert hat; Freunde und Verwandte müssen sich auf zeitnahe Zwangsbeglückung einstellen. (2026 bei Pfaueninsel erschienen, 320 Seiten, gebunden, € 24,70, ISBN 978-3-69131-006)