Gisèle Pelicot, Eine Hymne an das Leben. Die Scham muss die Seite wechseln
- Author: Karin
- Category: Aktuelle Empfehlungen, Karin

Aus der Erzählung ihrer Herkunft, ihrer Jugend, ihres Lebens versucht Gisèle Pelicot sich selbst wie uns als Lesenden das Unbegreifliche, das ihr widerfahren ist, begreiflich zu machen – absolut gelungen!
(Im Februar 2026 im Hardcover bei Piper erschienen, ISBN 978-3-492-07435-3, 256 Seiten, € 25,–)
Related posts
Sylvain Tesson, Die Säulen des Meeres. Eine Reise zu den letzten unberührten Orten der Welt
„Vor dem Land postiert, fängt er die Dünung des Meeres ab, die Böen des Winds und das Glühen des Himmels.“ – Frei nach dem Motto: „Auf dem Gipfel der Warengesellschaft nistet kein einziger Vogel“ berichten „Die Säulen des Meeres“ einmal mehr von Sylvain Tessons unbedingter Suche nach Freiheit und Erhabenheit in einer Welt, in der alles andere bereits kartografiert, besiedelt, entweiht ist. In seiner typisch philosophisch-reflexiven Manier berichtet der Autor von dem wahnwitzigen Unternehmen, gemeinsam mit einem Freund über Jahre hinweg in Summe mehr als hundert Brandungspfeiler vor den Küsten der Erde zu besteigen. „Die Zeit ist Bedrohung, der Raum ist Rettung.“ Höchst abenteuerliche Entschleunigung mit ganz wunderbaren Denkanstößen. (Im Mai 2026 bei C. Bertelsmann erschienen, Hardcover, ISBN 978-3-570-10615-0, 208 Seiten, € 25,70)
- Author: Karin
- Category: Aktuelle Empfehlungen, Karin
Birgit Birnbacher, Sie wollen uns erzählen
Was für eine Hymne ans Anderssein! Birnbachers Roman zeigt ein Stück des Wegs einer Mutter und ihres Sohnes, beide Querlieger und Querdenker, sie, der Zeit geschuldet, ohne Diagnose, er mit ADHS, Volksschüler, neun – beide zwar ständig im Kampf mit sich und den anderen, doch dabei auch so sichtlich „richtiger fühlend“ als diese. Wie grotesk gerät vor diesem Hintergrund das Gespräch mit der Bildungsbeauftragten, die Ozzis „Beschulbarkeit“ feststellen muss, wie verständlich das Verhalten der Mutter der Mutter – gleichfalls mit dem familiären Anderssein geschlagen –, die nach einer Krebsdiagnose ihr Körper-„Haus“ nicht einstürzen lassen will, aus dem Krankenhaus ausbüxt und damit eine wilde Suchaktion in Gang setzt. Mit großer Empathie, viel Humor und wunderbarer sprachlicher Leichtigkeit erzählt. (Im März 2026 bei Zsolnay erschienen, Hardcover, 224 Seiten, ISBN 978-3-552-07521-4, € 24,–)
- Author: Karin
- Category: Aktuelle Empfehlungen, Karin, Lieblingsbücher
Dana Vowinckel, Anton und Alma
Ja, das Buch hat streckenweise Längen, und ja, über die Sexszenen könnte man vielleicht auch einiges sagen, dennoch: unterm Strich und nach 535 Seiten, in denen man gefühlt fast in Echtzeit das Werden, Blühen, Zerbrechen, Wiederaufflammen, Zerschellen der Beziehung zwischen Anton und Alma mitverfolgt, fließen die Tränen reichlich. Die Langsamkeit des Erzählens lässt einen nah herankommen an die beiden jungen Leute im heutigen Berlin, er Jude, sie Ostdeutsche, und damit an eine Liebe, die nicht nur die Fragen nach dem Jüdischsein im heutigen Deutschland verhandelt, sondern letztlich auch die großen Fragen jeder Form der Beziehung wie des Menschseins selbst. Auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. (Bei Suhrkamp erschienen als Hardcover mit 542 Seiten, ISBN 978-3-518-43297-6, € 26,80)
- Author: Karin
- Category: Aktuelle Empfehlungen, Karin
