Dana Vowinckel, Anton und Alma

Ja, das Buch hat streckenweise Längen, und ja, über die Sexszenen könnte man vielleicht auch einiges sagen, dennoch: unterm Strich und nach 535 Seiten, in denen man gefühlt fast in Echtzeit das Werden, Blühen, Zerbrechen, Wiederaufflammen, Zerschellen der Beziehung zwischen Anton und Alma mitverfolgt, fließen die Tränen reichlich.

Die Langsamkeit des Erzählens lässt einen nah herankommen an die beiden jungen Leute im heutigen Berlin, er Jude, sie Ostdeutsche, und damit an eine Liebe, die nicht nur die Fragen nach dem Jüdischsein im heutigen Deutschland verhandelt, sondern letztlich auch die großen Fragen jeder Form der Beziehung wie des Menschseins selbst.

Auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis.

(Bei Suhrkamp erschienen als Hardcover mit 542 Seiten, ISBN 978-3-518-43297-6, € 26,80)