Perry Chafe, Sommer auf Perigo Island (VORSICHT! ERSCHEINT ERST AM 24.2.2026!)
Chafes Romandebüt ist eine Coming-of-Age-Geschichte, die im Sommer 1991 auf einer Insel vor Neufundland spielt. Pierce ist zwölf Jahre alt und hat den Verlust seines Vaters, der vor ein paar Jahren beim Fischen tödlich verunglückt ist, noch nicht überwunden. Als Anna, die ihn als Einzige trösten kann, verschwindet, machen Pierce und seine beiden Freunde Thomas und Bennie, außerdem Bennies Cousine aus New York sich auf die Suche nach ihr, lassen sich dabei aber zu sehr von ihrer kindlichen Phantasie leiten. Ihre voreilig gezogenen Schlüsse geben der Geschichte eine Wendung, die die Suche nach der Verschwundenen in den Hintergrund rücken und die Leserin bzw. den Leser sich mit Freundschaft, Trauer und Trost sowie der Überfischung der Meere auseinandersetzen lässt. (2026 bei mareverlag, 272 Seiten, gebunden, € 24,70, ISBN 978-3-86648-720-8)
M. L. Stedman, Ein weites Leben (VORSICHT! ERSCHEINT ERST AM 25.3.2026!)
Ich habe kein wirkliches Interesse daran, wie Schafzucht in Westaustralien vor siebzig Jahren funktioniert hat, trotzdem hat mich M. L. Stedmans zweiter Roman von der ersten Seite an mitgerissen. Ein Autounfall dezimiert die fünfköpfige Familie MacBride, hart arbeitende, umgängliche Leute, auf zweieinhalb Mitglieder; der Vater und der älteste Sohn sterben und der jüngere erholt sich nur langsam von den erlittenen körperlichen und neurologischen Schäden, während Mutter und Tochter die Kraft finden müssen, um den Betrieb am Leben zu erhalten, ohne dabei existentiellen wie psychischen Krisen zu erliegen, denn es gilt nicht nur Hitze, Kälte und „Goldrausch“ zu bewältigen, bei weitem nicht. Stedman lässt immer wieder die Natur sprechen, einmal melancholisch, ein andermal auf vorsichtige Weise hoffnungsvoll; mich haben beide Varianten sehr bewegt. Mag die Ausgangssituation noch so tragisch sein und zum Teil katastrophale Konsequenzen nach sich ziehen, es wäre ein Riesenfehler, die Lektüre abzubrechen, denn am Ende wird alles gut oder halt so gut wie’s geht. (2026 bei Blanvalet, 528 Seiten, gebunden, € 26,80, ISBN 978-3-7645-1005-3)
Uwe Wittstock, Karl Marx in Algier. Leben und letzte Reise eines Revolutionärs
Karl Marx verlässt 1882 zum ersten Mal in seinem Leben Europa, als kranker und gebrochener Mann. Er wird zehn Wochen in Algier verbringen und zwar nicht genesen, aber, wie seinen Briefen zu entnehmen ist, von denen einige bis jetzt unveröffentlicht gewesen sind, Bilanz ziehen über sein Leben, die Eindrücke der algerischen Kultur auf sich wirken lassen und einen Barbier besuchen, der ihm seinen Bart abnimmt. Die einzige Photographie, die den Revolutionär so zeigt, wie man ihn gar nicht kennt, mag gefälscht sein, aber wen es interessiert, wie der bartlose Karl Marx ausschaut, sollte unbedingt einen Blick in dieses Buch werfen. (2025 bei C. H. Beck erschienen, 249 Seiten, gebunden, € 26,80, ISBN 978-3-406-83072-3)
René Goscinny; Albert Uderzo, Gallisches Gewimmel
Zwei Asterix-Wimmelbücher im Doppelpack, beim Teutates! Auf jeder Doppelseite geht es darum, bestimmte Figuren in einem unübersichtlichen Haufen reizbarer Gallier, versehrter Römer, gebratener Wildschweine, … zu entdecken, was des Öfteren überraschend lang dauert, aber deswegen nicht weniger Spaß macht. (2025 bei Egmont erschienen, 64 Seiten, gebunden, € 20,60, ISBN 978-3-7704-1251-8)
