Manik Sarkar, Ochsenkopf
Ein Fleischhauer, der sich dem Verkauf qualitativ hochwertiger Ware verschrieben hat, bringt sich dabei um seine eigene Lebensqualität, auch weil er seine Umwelt ausschließlich durch die Augen eines Metzgers sieht. „Ochsenkopf“ unterhält und verstört gleichermaßen. (2026 bei Zsolnay erschienen, gebunden, 176 Seiten, € 23,70, ISBN 978-3-552-07594-8)
Hal Ebbott, Unter Freunden
Zunächst ist das gemeinsame Wochenende zweier seit Ewigkeiten miteinander befreundeten Familien idyllisch, dann wird es wider Erwarten zu einem düsteren Kammerspiel, welches sowohl die psychologische als auch die schriftstellerische Kompetenz des Autors unter Beweis stellt. (2026 bei Claassen erschienen, gebunden, 336 Seiten, € 24,70, ISBN 978-3-546-10107-3)
Norbert Gstrein, Im ersten Licht
Adrian, geboren 1901. Geschichte eines ganzes Lebens, fast eines ganzen Jahrhunderts, und Adrian, obwohl nie selbst im Krieg gewesen, sein ganzes Leben lang von den beiden Jahrhundertkriegen geprägt. Ein Roman, trotz aller scheinbaren zeitlichen Ferne, unglaublich unter die Haut gehend nah. (Bei Hanser im Frühjahr 2026 erschienen. Hardcover, 416 Seiten, ISBN 978-3-446-28297-1, € 27,80)
Marina Vujčić, Sicheres Haus
Das „Sichere Haus“ ist das Frauengefängnis in Požega, in dem Lada ihre Haftstrafe verbüßt, weil sie sich nach sieben Jahren zum ersten Mal gegen die physische und psychische Gewalt ihres Ehemanns gewehrt und ihn dabei in Notwehr erstochen hat. Von Marina Vujčić sorgfältig recherchiert – die Danksagung auf der letzten Seite gibt es nicht umsonst – und hervorragend geschrieben sowie von Mascha Dabić sublim übersetzt, ist dieses Buch eine Art J’accuse, das uns vor Augen führt, mit welcher Selbstverständlichkeit das eigentliche Opfer in den Augen der Gesellschaft zur bloßen Täterin wird. (2026 bei Residenz erschienen, gebunden, 280 Seiten, € 25, –, ISBN 978-3-7017-1820-7)
