M. L. Stedman, Ein weites Leben
Ich habe kein wirkliches Interesse daran, wie Schafzucht in Westaustralien vor siebzig Jahren funktioniert hat, trotzdem hat mich M. L. Stedmans zweiter Roman von der ersten Seite an mitgerissen. Ein Autounfall dezimiert die fünfköpfige Familie MacBride, hart arbeitende, umgängliche Leute, auf zweieinhalb Mitglieder; der Vater und der älteste Sohn sterben und der jüngere erholt sich nur langsam von den erlittenen körperlichen und neurologischen Schäden, während Mutter und Tochter die Kraft finden müssen, um den Betrieb am Leben zu erhalten, ohne dabei existentiellen wie psychischen Krisen zu erliegen, denn es gilt nicht nur Hitze, Kälte und den „Erdölrausch“ zu bewältigen, bei weitem nicht. Stedman lässt immer wieder die Natur sprechen, einmal melancholisch, ein andermal auf vorsichtige Weise hoffnungsvoll; mich haben beide Varianten sehr bewegt. Mag die Ausgangssituation noch so tragisch sein und zum Teil katastrophale Konsequenzen nach sich ziehen, es wäre ein Riesenfehler, die Lektüre abzubrechen, denn am Ende wird alles gut oder halt so gut wie’s geht. (2026 bei Blanvalet erschienen, 528 Seiten, gebunden, € 26,80, ISBN 978-3-7645-1005-3)
Ferdinand Schmalz liest Unveröffentlichtes
Liebe Freundinnen und Freunde! Die erste Lesung im neuen Jahr wird am 24. Jänner stattfinden. Ferdinand Schmalz liest Unveröffentlichtes. Uns erwartet ein toller Abend mit Lesung, Diskussion, spannenden Gesprächen, kühlen Getränken und feinem Essen. Samstag, 24. Jänner 2026, um 19.00 Uhr in der Bücherstube Baumann, Gymnasiumstraße 58, 1190 Wien Eintritt 35,– € Anmeldung bitte unter buch@baumannbuch.at oder Tel.-Nr.: 01 369 54 32 Mobil.: 0660 123 8005 Sponsored by BrewAge. Wir freuen uns auf Euer / Ihr Kommen! Das Bücherstube-Team
Urlaub bis 7. Jänner 2026
Liebe Freundinnen und Freunde! Wir sind bis inklusive Dienstag, 6. Jänner 2026, auf Urlaub. Ab Mittwoch, 7. Jänner 2026, sind wir wieder wie gewohnt für euch da. Die Zeit bis dahin nutzen wir zum regenerieren und für unsere jährliche Inventur. Wir wünschen einen guten Rutsch ins Jahr 2026! Euer Team der Bücherstube
Uwe Wittstock, Karl Marx in Algier. Leben und letzte Reise eines Revolutionärs
Karl Marx verlässt 1882 zum ersten Mal in seinem Leben Europa, als kranker und gebrochener Mann. Er wird zehn Wochen in Algier verbringen und zwar nicht genesen, aber, wie seinen Briefen zu entnehmen ist, von denen einige bis jetzt unveröffentlicht gewesen sind, Bilanz ziehen über sein Leben, die Eindrücke der algerischen Kultur auf sich wirken lassen und einen Barbier besuchen, der ihm seinen Bart abnimmt. Die einzige Photographie, die den Revolutionär so zeigt, wie man ihn gar nicht kennt, mag gefälscht sein, aber wen es interessiert, wie der bartlose Karl Marx ausschaut, sollte unbedingt einen Blick in dieses Buch werfen. (2025 bei C. H. Beck erschienen, 249 Seiten, gebunden, € 26,80, ISBN 978-3-406-83072-3)
