Julia Jost, Wo der spitzeste Zahn der Karawanken in den Himmel hinauf fletscht
Reflexionen eines jungen Mädchens über die braunen Flecken ihrer Kärntner Heimat. Sehr klug, sehr scharf, sehr hautnah. Kärnten zum Hören. (Inzwischen bei Suhrkamp als Taschenbuch mit 231 Seiten um € 14,40. ISBN 978-3-518-47473-0)
Sylvain Tesson, In den Wäldern Sibiriens. Tagebuch aus der Einsamkeit
Zum Runterkommen, für Naturliebhaber. Wenn man die Langsamkeit erträgt, eines der schönsten Bücher, die ich kenne. (Aus dem Französischen, im Taschenbuch neu aufgelegt 2024 bei Penguin, 272 Seiten, € 14,40, ISBN 978-3-328-11202-0)
Daniel Wisser, 0 1 2
Schräge Geschichte und witziges Gedankenexperiment, in Tagebuchform als Autobiographie verfasst, mit schönem Spannungsbogen und viel Witz. Ein männlicher Krebspatient um die vierzig, einst Computerspezialist und Erfinder eines „ternären“ Computers, kehrt nach dreißig Jahren des Eingefrorenseins in die inzwischen sich völlig veränderte Wirklichkeit zurück und muss sich die Frage stellen, welche Identität man als Wiedergeborener hat, welches Recht auf Fortsetzung seines (Familien)lebens, seiner Beziehungen, all dessen, was einst materielles und geistiges Eigentum war. (2025 als Taschenbuch bei btb mit 448 Seiten um € 15,50, ISBN 978-3-442-77578-1)
Martin Kordić, Jahre mit Martha
Eine zarte Liebesgeschichte zwischen einem blutjungen Sohn kroatischer Einwanderer und einer Literaturwissenschaftlerin im Alter seiner Mutter, die ihm über ihr begleitendes Für-ihn-da-Sein die Möglichkeit eröffnet, sein Entwurzeltsein in Deutschland zu überwinden und (letztlich ohne sie) seinen eigenen Platz im Leben zu finden. (2023 als Fischer Taschenbuch, 288 Seiten, € 14,40, ISBN 978-3-596-70936-6)
