Daniel Glattauer, Die spürst Du nicht
- Author: Karin
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Glattauer gar nicht kolumnenmäßig. Das große „Ausländerthema“ auf sehr kluge Weise belletristisch verpackt. (Als Taschenbuch bei Goldmann erschienen im November 2024, 304 Seiten, € 13,40, ISBN 978-3-442-49496-5)
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Lilli Tollkien, Mit beiden Händen den Himmel stützen
Gleichzeitig schockierend und faszinierend. Unter die Haut gehender Text über die Kindheit und Jugend eines Mädchens, das als Tochter einer drogenabhängigen Mutter und eines kriminellen, immer wieder im Gefängnis einsitzenden Vaters in dessen Männer-WG aufwächst und trotz der Ungeheuerlichkeiten, mit denen sie konfrontiert ist, schließlich in ein eigenes Leben findet. (Erschienen im Aufbau Verlag im März 2026, ISBN 978-3-351-04284-4, Hardcover, 255 Seiten, € 24,70.)
- Author: Karin
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Caroline Wahl, Die Assistentin
Das dritte Buch der jungen Berlinerin. Wieder geht es um eine junge Frau, wieder um eine krankmachende Abhängigkeitsbeziehung, diesmal zu einem schwer narzisstischen Chef in einem Verlagshaus. Wenn auch wieder ein ähnliches Thema: Caroline Wahl kann schreiben. Beim ersten Satz ist man in der Geschichte drin, es fühlt sich alles sofort hautnah an, man kann sich nicht mehr entziehen, will unbedingt weiterlesen, am besten in einem Zug. Ihre Sprache ist so direkt, so nah dran, so jung. (2025 im Hardcover bei Rowohlt, 268 Seiten, € 24,70, ISBN 978-3-498-00770-6)
- Author: Karin
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Leon Engler, Botanik des Wahnsinns
Schon wegen des genialen Covers!! Basiert auf der historischen Vorstellung, geistige Krankheiten in ein ähnlich klares Ordnungssystem bringen zu können wie im 17. Jahrhundert die Pflanzenarten. (Carl von Linné, nicht nur Botaniker, sondern auch Mediziner, verfasste tatsächlich nicht nur seine weltberühmte Schrift Systema naturae, sondern auch eine Genera Morborum.) Unglaublich reich an Wissen, zeichnet die Erzählung den Weg eines jungen Manns nach, der versucht, der von psychischen Erkrankungen schwer vorbelasteten Familiengeschichte zu entgehen, doch schließlich, wenn auch „auf der anderen Seite“, weil als junger Psychologe, genau dort landet, wo er nie hin wollte, nämlich auf der Psychiatrie. Wenn auch immer wieder sehr feine sprachliche Wendungen und auch vereinzelt wunderbarer Sprachwitz, so doch insgesamt für mich nicht so „leichtfüßig“ wie am Umschlagtext angekündigt: Der Ton bleibt belastet, die Erzählung gegenüber den faszinierenden wissenschaftlichen Erkenntnissen im Hintergrund. Als „Roman“ geht er für mich nur teilweise durch. Trotzdem – als Sachtext – absolut lesenswert!
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