Stefan Slupetzky, Nichts wie weg
- Author: Valerie
- Category: Belletristik, Valerie

In dieser bizarren Liebesgeschichte bekommen die handelnden Personen mit hoher Frequenz ihr Fett ab. Je weiter man liest, desto mehr freut man sich auf das nächste Mal, langsam erkennend: ich bin viel boshafter als gedacht! (2025 bei Picus erschienen, 254 Seiten, gebunden, € 24,–, ISBN 978-3-7117-2161-7)
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M. L. Stedman, Ein weites Leben
Ich habe kein wirkliches Interesse daran, wie Schafzucht in Westaustralien vor siebzig Jahren funktioniert hat, trotzdem hat mich M. L. Stedmans zweiter Roman von der ersten Seite an mitgerissen. Ein Autounfall dezimiert die fünfköpfige Familie MacBride, hart arbeitende, umgängliche Leute, auf zweieinhalb Mitglieder; der Vater und der älteste Sohn sterben und der jüngere erholt sich nur langsam von den erlittenen körperlichen und neurologischen Schäden, während Mutter und Tochter die Kraft finden müssen, um den Betrieb am Leben zu erhalten, ohne dabei existentiellen wie psychischen Krisen zu erliegen, denn es gilt nicht nur Hitze, Kälte und den „Erdölrausch“ zu bewältigen, bei weitem nicht. Stedman lässt immer wieder die Natur sprechen, einmal melancholisch, ein andermal auf vorsichtige Weise hoffnungsvoll; mich haben beide Varianten sehr bewegt. Mag die Ausgangssituation noch so tragisch sein und zum Teil katastrophale Konsequenzen nach sich ziehen, es wäre ein Riesenfehler, die Lektüre abzubrechen, denn am Ende wird alles gut oder halt so gut wie’s geht. (2026 bei Blanvalet erschienen, 528 Seiten, gebunden, € 26,80, ISBN 978-3-7645-1005-3)
- Author: Valerie
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Nenad Veličković, Der Vater meiner Tochter
Bei Veličković weiß ich nie, ob ich lachen oder weinen soll. Das Ende des Bosnienkrieges ist für den Ich-Erzähler der Anfang einer Depression. Er gibt die ungeliebte Arbeit als Werbetexter auf, seine Ehe geht in die Brüche, das Buch, das er zu schreiben versucht, bleibt fragmentarisch. Die Höhepunkte dieses Romans sind Vater-Tochter-Dialoge und Konsumkritik, eine der wenigen Schwächen besteht in der großen Menge an Tippfehlern. (2026 bei Jung und Jung erschienen, gebunden, 224 Seiten, € 24,–, ISBN 978-3-99027-445-3)
- Author: Valerie
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Perry Chafe, Sommer auf Perigo Island
Chafes Romandebüt ist eine Coming-of-Age-Geschichte, die im Sommer 1991 auf einer Insel vor Neufundland spielt. Pierce ist zwölf Jahre alt und hat den Verlust seines Vaters, der vor ein paar Jahren beim Fischen tödlich verunglückt ist, noch nicht überwunden. Als Anna, die ihn als Einzige trösten kann, verschwindet, machen Pierce und seine beiden Freunde Thomas und Bennie, außerdem Bennies Cousine aus New York, sich auf die Suche nach ihr, lassen sich dabei aber zu sehr von ihrer kindlichen Phantasie leiten. Ihre voreilig gezogenen Schlüsse geben der Geschichte eine Wendung, die die Suche nach der Verschwundenen in den Hintergrund rücken und die Leserin bzw. den Leser sich mit Freundschaft, Trauer und Trost sowie der Überfischung der Meere auseinandersetzen lässt. (2026 bei Mare erschienen, 272 Seiten, gebunden, € 24,70, ISBN 978-3-86648-720-8)
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