El Awadalla, U-Bahn, Oida. Wiener Schmäh auf allen Linien
El Awadalla hat in diesem Büchlein 110 kleine, aber feine Episoden aus der U-Bahn dokumentiert. Mag man Dialekt, schwarzen Humor und Milieustudien, ist man hier richtig. (2026 bei Milena erschienen, gebunden, 200 Seiten, € 25,–, ISBN 978-3-903460-65-2)
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Aldous Huxley, Zeit der Oligarchen
In den Industriegesellschaften haben schon immer die Ober- und Mittelschichten von den Erkenntnissen der wissenschaftlichen Forschung profitiert, was die immer größere Zentralisierung der Macht in immer weniger Händen zur Folge hat. Welche Rolle fortschrittliche Technologie dabei spielt, warum wir den Krieg nicht abschaffen, sondern weiter schüren, und ob davon auszugehen ist, dass Wissen je zum Wohle der Menschheit eingesetzt wird, analysiert Huxley in einem kurzen Essay, erstmals 1946 veröffentlicht. Dass sich achtzig Jahre später immer noch nichts wesentlich verändert hat, ist erschütternd, verstörend und erschöpfend, und gerade deswegen tut es gut, über die Hintergründe der Katastrophe und wenigstens theoretische Möglichkeiten der auf menschliche und vernünftige Ziele gerichteten Planung unterrichtet zu werden. (2025 bei Hanser erschienen, 96 Seiten, gebunden, € 14,40, ISBN 978-3-446-28723-5)
Andreas Rainer, Wiener Alltagspoeten 3
Auch beim dritten Teil wird man geradezu neidig auf die Schlagfertigkeit mancher Menschen, ich frage mich außerdem bei der einen oder anderen Situation, ob sie nicht erfunden ist. Wie auch immer, das Konzept ist bekannt und funktioniert nach wie vor hervorragend. Vielleicht repräsentiert die Wienerin bzw. der Wiener doch einen eigenen Menschenschlag. (2026 bei Milena erschienen, gebunden, 160 Seiten, € 23,–, ISBN 978-3-903460-66-9)
Uwe Wittstock, Karl Marx in Algier. Leben und letzte Reise eines Revolutionärs
Karl Marx verlässt 1882 zum ersten Mal in seinem Leben Europa, als kranker und gebrochener Mann. Er wird zehn Wochen in Algier verbringen und zwar nicht genesen, aber, wie seinen Briefen zu entnehmen ist, von denen einige bis jetzt unveröffentlicht gewesen sind, Bilanz ziehen über sein Leben, die Eindrücke der algerischen Kultur auf sich wirken lassen und einen Barbier besuchen, der ihm seinen Bart abnimmt. Die einzige Photographie, die den Revolutionär so zeigt, wie man ihn gar nicht kennt, mag gefälscht sein, aber wen es interessiert, wie der bartlose Karl Marx ausschaut, sollte unbedingt einen Blick in dieses Buch werfen. (2025 bei C. H. Beck erschienen, 249 Seiten, gebunden, € 26,80, ISBN 978-3-406-83072-3)
