Olivier Tallec, Nichts für den König
Olivier Tallec schickt seinen charmanten Protagonisten auf eine gar nicht einmal so absurde Suche. Dieses amüsant-tiefsinnige Gleichnis sollte allen Kindern, sowohl vier- als auch vierzigjährigen, gefallen. (2024 bei Gerstenberg erschienen, 40 Seiten, gebunden, € 15,50, ISBN 978-3-8369-6238-4)
Dorothee Elmiger, Die Holländerinnen
Eine Autorin soll als Gastdozentin eine Poetikvorlesung halten, stattdessen schildert sie ihre Teilnahme an der Rekonstruktion eines Vermisstenfalles im Dschungel. Die anderen Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmer sind Mitglieder einer Theatergruppe, angeführt vom „Theatermacher“ (eine Hommage an Thomas Bernhard?). Jedes Mitglied trägt zu diesem Zeitpunkt sein persönliches Grauen schon in sich, das sich allerdings erst durch die Belastungen der ungewohnten Umgebung entfaltet. Bemerkenswert ist, dass fast das ganze Buch im Konjunktiv I wiedergegeben wird. (2025 bei Hanser erschienen, 160 Seiten, gebunden, € 23,70, ISBN 978-3-446-28298-8)
Anna Maschik, Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten
Generationenromane, die sich vor allem mit weiblichen Vorfahren befassen, gibt es im Überfluss. Um dieses Genre aufzumischen, muss die Autorin bzw. der Autor die Leserin bzw. den Leser überraschen, gar erschrecken. Anna Maschik gelingt das mittels fragmentarischer, plastischer und avantgardistischer Erzählweise. (2025 bei Luchterhand erschienen, 240 Seiten, gebunden, € 23,70, ISBN 978-3-630-87814-0)
Stefan Slupetzky, Nichts wie weg
In dieser bizarren Liebesgeschichte bekommen die handelnden Personen mit hoher Frequenz ihr Fett ab. Je weiter man liest, desto mehr freut man sich auf das nächste Mal, langsam erkennend: ich bin viel boshafter als gedacht! (2025 bei Picus erschienen, 254 Seiten, gebunden, € 24,–, ISBN 978-3-7117-2161-7)
